Newly discovered dreams
Newly discovered dreams (04/08 - 05/08)
We all got holes to fill them Holes are all thats real
Some fall on you like a storm Sometimes you dig your own
(Townes Van Zandt - "To live is to fly")
Oumou Sangarè: Djorolen
Ihre wandlungsfähige Stimme ist immer ganz präsent und sicher: von einem sanften, verliebten Ton in der Ballade „Djorolen“ bis hin zu schrillem Kreischen. Djorolen (Anguish): "In the forest the anguish bird sings a song A fatherless child always thinks about a father A desperate person is always with hope" Wer Musik aus Afrika hört - seien es die stimmgewaltigen Koloraturen der Wassoulou-Königin Oumou Sangarè aus Mali... - wird sich fühlen wie Joseph Conrad: "Wir konnten nichts verstehen, denn unser Abstand war zu groß." (Joseph Conrad: "Wir leben wie wir träumen - allein")
Willy de Ville: Even while I sleep
Er lebt. Zum x-ten Male auferstanden von den Drogentoten, den Selbstmördern der Sehnsucht. Willy de Ville trägt sein Herz nur scheinbar zu Markte. Er könnte schmierig wirken, wären da nicht Verzweiflung und Zärtlichkeit und jenes Quentchen Tragik: "When music has a soul and deeply moves you, that's my music. And I'll play it as long as I can." "Denn ich bin, tausendmal ja, ein hoffnungsloser Romantiker!" (Willy de Ville, gest. 7/8/09)
Townes Van Zandt: If I needed you
"Unvergesslich Townes "Love is my only Crime"-Tour, die Stimme nicht von dieser Welt. Und entsetzlich, wie er vor einem Jahr volltrunken auf die Bühne schlingerte, ein lallendes Wrack, das nicht mal seine gefürchteten Witze zu Ende brachte." Woher die Düsternis? "Weil die Sonne verbrennt. Alles, was ich liebte, starb. Und wenn nicht, würde es sterben. So läuft die Welt, und es bricht dir das Herz." (T.v.Z) "Die Wahrheit ist, dass ihm auf Erden nicht zu helfen war. Aber er hat geholfen." (Christoph Dieckmann)
Sébastien Telliers: La Ritournelle
Sébastien Telliers Sound ist eher hochgradig romantisch. "Ich bin ein trauriger Komponist, aber ein lustiger Performer. Mein Vater war ein großer Fan von Pink Floyd und King Crimson - das ist meine frühste Erinnerung in Sachen Musik." Popmusik, die ein bisschen verrückt ist. Eine Verrücktheit, die voller Romantik und guter Songs steckt.
Nils Petter Molvaer: Ligotage
Es war einmal ein Trompeter, der spielte so fein traurig, dass sich die Gräser neigten, um seinen milden Tönen zu lauschen. Nils Petter Molvær, ein außergewöhnlicher Grenzgänger zwischen den Welten. "Ich lasse mich eher von Klangfarben beeinflussen und bewege mich lieber frei im Raum, als mich von Akkorden einengen zu lassen." Schöne down-tempo songs, die zum Träumen, Relaxen und Abschalten einfach ideal sind.
Mojave 3: Love Songs on the Radio
Als Mojave 3 ihr Debut "Ask Me Tomorrow" (1995) vorlegten, wollte trotz "Buy British"-Euphorie niemand etwas von kauzigen Briten mit Steel-Gitarren hören. "Erinnert mich ein wenig an Leute wie Belle & Sebastian oder Nick Drake. Vom "Tempo" her sind sie auch mit den Cowboy Junkies vergleichbar. Der Bandname verrät auch noch einen anderen großen Meister, auf den sie sich berufen: Gram Parsons, der in eben jener Wüste an Alkohol und sonstigen Drogen leider sein viel zu frühes Ende fand. Es ist echt ziemlich schwer, ihre verschleppte Art von alt.country- bzw. lo-fi-folkmusic zu beschreiben. Vielleicht nicht unbedingt Sommer-Gutelaune-Musik.
Josh Rouse: My Love has gone
"Ich war allein mit meiner Tochter. Etwas plagte sie, Zahn- oder Ohrenschmerzen. Sie quengelte, ließ mich nicht los, ich konnte keinen Schritt tun, ohne dass sie aufgeheult hätte. Da legte ich die neue CD von Josh Rouse auf. Zuerst strahlte sie nur, bald ließ sie ihre Knie im Takt federn." "Dies ist eine bittersüße, nie wehleidige Abschiedsplatte nach persönlichen Tiefschlägen. Die Songs sind zeitlos im besten Sinn: melodieselig, entspannt. Die Krönung ist die melancholische, leicht gebrochene Stimme von Josh Rouse. Wer bei dem resignierten "My love has gone" keinen Kloß im Hals hat, dem ist wohl nicht mehr zu helfen."
Sixteen Horsepower: Low Estate
"Hier lastet das Leben immer noch schwer: wie ein Sack voll Tod und Trägheit, Schweiß und Schuld. Wenn - wie im Titelsong - Vibraphon und Kirchenorgel unterschwellig schwülstig den Refrain geißeln, dann werden die subtil bedrohlichen Stimmungen unwiderstehlich. So kann Rockmusik auch am Ende der Sackgasse noch klingen."
"Let's say goodbye like we said hello
In a friendly kinda way
Now what I done's my damage
An what you do is your'n
Y'all got nothing on me
But I'll take that there crown of scorn"
"Die Aktualität des 'dissidentischen' Grundgedankens: Musik ist eine Weltsprache, und das System kennt keine Grenzen, weder im Raum, noch in der Zeit.. Sit back, relax and enjoy. Über allem schwebt die unglaublich reife und ausdrucksstarke Stimme von Bajka, der 18jährigen Tochter des Dissidenten-Bassisten Uve Müllrich. Sie ist der Fixstern am Firmament von "Instinctive Traveler" und führt die Reisenden auf Neuland."
SKAGERRAK
Keimzeit: Singapur
"Sie sitzt, die Knie an den Körper gezogen, sie guckt so, wie man aufs Meer guckt, ein wenig verloren. Keimzeit spielt Singapur, und das Mädchen singt mit oder flüstert auch nur oder formt die Worte lautlos: "Wir legen ab und fahr`n nach Singapur", aber sie singt auch ihre ganz eigene Geschichte. Sie singt ihr eigenes Lied und sieht sehnsüchtig aus dabei; als das Lied zu Ende ist, klatscht sie ein bisschen und legt dann ihre Hände vor das Gesicht und bricht in Tränen aus. Wie weint sie eigentlich - traurig oder vor Glück? "
Tom Mega: Street to Horizon
"Schön nahe am Rande von kalkuliertem Kitsch und melodramatischer Geste." "Ich hab Tom Mega nach einem Auftritt im Stollwerk zu Köln mal beleidigt, und er wollte mich hauen. Kann mich aber nicht mehr erinnern, weswegen ich ihn beleidigt habe. Waren beide sehr betrunken. Ich hab ihn als kleines Aas in Erinnerung." Momentaufnahmen aus dem Leben eines Außenseiters.
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